„Goya & Dalí“ – Künstler & Konzept
Los Caprichos, Dialog zweier Epochen
Die Ausstellung stellt Francisco de Goyas gesellschaftskritische Radierungsserie Los Caprichos der surrealistischen Neuinterpretation Salvador Dalís gegenüber. Zwischen beiden Werkzyklen liegen fast zwei Jahrhunderte – und dennoch greifen sie ähnliche Fragen auf: Vernunft und Irrationalität, Macht und Moral, Realität und Imagination.
Francisco de Goya (1746–1828)
Goya gilt als Wegbereiter der modernen Kunst. Seine 1799 erschienene Serie Los Caprichos ist eine scharfe Satire auf gesellschaftliche Missstände seiner Zeit: Aberglaube, Heuchelei, Gewalt und Korruption. Das berühmte Blatt Der Schlaf der Vernunft gebiert Ungeheuer steht bis heute symbolisch für die Gefahren irrationalen Denkens.
Salvador Dalí (1904–1989)
Dalí, einer der bekanntesten Surrealisten des 20. Jahrhunderts, griff Goyas Motive in den 1970er-Jahren neu auf. Mit seinen farbintensiven, psychologisch geprägten Interpretationen übersetzte er die gesellschaftskritischen Themen in eine moderne, oft traumhafte Bildsprache.
Warum dieser Dialog heute relevant ist
Die Gegenüberstellung zeigt, wie dauerhaft Fragen nach Macht, Wahrheit, Wahrnehmung und gesellschaftlicher Verantwortung sind. Goya analysierte seine Zeit mit scharfem Blick – Dalí transformierte diese Kritik in eine visuelle Welt des Unbewussten. Gemeinsam eröffnen beide Perspektiven einen faszinierenden Blick auf Vergangenheit und Gegenwart.
Weitere Informationen zu Goya & Dali:
- ARTE Reportage - Francisco de Goya: Der Schlaf der Vernunft [2017]
https://www.youtube.com/watch?v=3XibgLG-wUo
- ARTE Reportage - Salvador Dalí - Beständigkeit der Erinnerung